Die Arbeitsgemeinschaft autofreundlicher Städte

Posted by: Holger 6 years, 4 months ago

Im Gegensatz zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte (AGFS) gibt es diese zwar nicht, aber wenn dann wäre Bergisch Gladbach ein ganz sicher Mitglied dieser Gemeinschaft. Wieso ich zu dieser Einschätzung komme? Da gibt es eine Menge Indizien, die den mangelnden Willen der Stadtverwaltung aufzeigen,  Fahrradfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer anzusehen. Hier ein paar Beispiele:

  • Beim Bau des Driescher Kreisels wurde die Existenz des Radverkehrs komplett ignoriert - und noch immer gibt es keine legale Möglichkeit vom Kreisverkehr auf den nach Osten führenden Radweg an der Hauptstraße einzufahren!
  • Nachdem im Kölner Stadtanzeiger vor über einem Jahr die "Doppelösung für mehr Radverkehrssicherheit" propagiert wurde, hat sich in dieser Hinsicht nichts getan und noch immer verstößt die Stadt an vielen Stellen gegen die Straßenverkehrsordnung und Verwaltungsvorschriften.
  • Nach Unfällen auf Radwegen verneint die Stadtverwaltung offensichtliche Gefahren: "Die leicht eingeschränkte Sicht stellt noch keine Einschränkung der Verkehrssicherheit dar." , schneidet aber dann doch noch vor dem turnusmäßigen Rückschnitt das Grün zurück - Warum eigentlich, wenn da keine besonder Gefahr vorherrschte?
  • Obwohl das Thema Baustellenabsicherung auch schon Thema im Stadtrat war und dort die RSA von der Verwaltung als bekannt erklärt wurde und zudem die Baustellenabsicherung nach den Richtlinien der AGFS durch einen Ratsbeschluss vom 24.6.2010 als verbindlich erklärt wurden, war man seitens der Stadt nicht in der Lage auf den folgenden Bildern Regelverstöße zu erkennen!

Weitere Stilblüten der Bergisch Gladbacher Verkehrspolitik:

  • Viele Ampelanlagen wurden auf Kamerasteuerung umgerüstet - Dadurch reagieren diese bei Dämmerung und Dunkelheit allerdings nicht mehr auf Radverkehr, selbst wenn man die zur Zeit leistungsfähigste zugelassene Beleuchtung besitzt! In Münster mussten auf Grund dieser Problematik bereits solche Anlagen zurückgebaut werden.
  • In der Fußgängerzonen der Stadtmitte bekommen motorisierte Fahrzeuge problemlos Ausnahmegenehmigungen um diese befahren zu dürfen.
  • In Bensberg wird erwogen, die Fußgängerzone wieder für KFZ freizugeben um 17 Parkplätze zu schaffen und damit diese zu beleben!

Solche Erleichterungen für den Radverkehr, wie z.B. eine Freigabe zumindest des östlichen Teils der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone bringen würde, scheinen für die Stadtverwaltung hingegen undenkbar! Dies kann man in der Stellungnahme der Stadt zu meiner Eingabe im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden ersehen:

Dem Argument, man würde mit einer entsprechenden Beschilderung einen schon vorhandenen illegalen Zustand lediglich legalisieren (auch heute fahren schon Radfahrer unrechtmäßig durch die Zone) ist entgegen zu halten, dass durch die aktuelle Regelung zumindest der grundsätzliche Wille der Stadt zu einer Radfahrer freien Fußgängerzone klar gemacht wird.

Mit KFZ, LKW und Segways scheint man in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone weniger Probleme zu haben, als mit Radfahrern!

Wer nun sagt, dass Radfahren in einer Fußgängerzone unverantwortlich und gefährlich sei, dem sei diese Studie der Stadt Münster ans Herz gelegt die eben diese nicht erkennen kann. Man kann sich über die Rückwärtsgewandheit dieser Stadt nur wundern! Zum Thema Radverkehr in Städten sei auch auf einen informativen Artikel in der Zeit verwiesen.

Diesen Beitrag habe ich auch im Bürgerportal iGL veröffentlicht.

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